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Die Geschichte von Atari

Das VCS und die 8-Bit Rechner (1977 - 83)


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Atari 2600
ein VCS mit Zubehör wie Joysticks, Paddles und einige Spiele
Das Video Computer System:

Im Oktober 1977 veröffentlicht Atari das Video Computer System (kurz VCS, später in Atari 2600 umbenannt) zum Preis von 200 US$ zusammen mit neun Spielen, alles Heimversionen populärer Arcade Titel. Die Spiele kosten zwischen 40 und 100 US$. Die Idee, eine Konsole mit (für damalige Verhältnisse) ansprechender Farbgrafik und auswechselbaren, lediglich 4 KByte großen Spiele Modulen auf den Markt zu bringen, macht das System zu einem vollen Erfolg. Das VCS wird noch bis 1990 verkauft und ist damit wahrscheinlich die erfolgreichste Videospielkonsole aller Zeiten.


Der Bruch:

Time Warner Communications stellt 1978 Ray Kassar als Präsident von Ataris Consumer Abteilung ein. Bushnell und Warner sind sich uneinig darüber, welche Richtung die Firma Atari einschlagen soll. Besonders die Gründung einer Heimcomputer Abteilung scheint ein Streitthema zu sein.
Im Oktober veröffentlicht Atari den Spielhallenautomaten Football, das erste Game, das einen Trackball als Steuergerät benutzte.
Im November kommt es dann zum endgültigen Bruch zwischen Bushnell und Time Warner und Nolan Bushnell verlässt die Firma. Andere Quellen besagen auch, das er gefeuert wird. Ray Kassar wird daraufhin zum CEO ernannt und führt eine neue Firmenpolitik ein: Die zwanglosen Zeiten bei Atari sind nun vorbei, neue Vorschriften wie Krawattenpflicht, Firmenkleidung, geregelte Arbeitszeiten u.ä. verprellen die Entwickler, die sich dadurch eingeengt fühlen.
Atari gründet die Heimcomputer Abteilung. Die Heimcomputer- und die Heimkonsolen Abteilung werden aber bewusst getrennt gehalten.


Jay Miner
Jay Miner war maßgeblich an der Entwicklung der Atari 400 und 800 Rechner beteiligt. Unter seiner Leitung entstanden z.B. die drei Custum Chips Antic, GTIA und Pokey. Später wechselte er übrigens zur Firma Commodore und wirkte dort an der Entwicklung des legendären Amiga Rechners mit.
Die ersten Heimcomputer:

Der Heimcomputermarkt steckt noch in den Kinderschuhen, als Atari im Januar auf der Winter CES 1979 die ersten beiden Heimcomputer der Öffentlichkeit präsentiert. Die Modelle 400 (Codename "Candy") und 800 (Codename "Collee") sind zu ihrer Zeit sehr fortschrittlich. In beiden Rechnern kommt der Mikroprozessor 6502 mit 1.8 MHz Taktfrequenz zum Einsatz. Der 400 besitzt 16 KB RAM und eine Folientastatur, der 800, mehr an den Profianwender gerichtet, verfügt über 48 KB RAM und eine Schreibmaschinentastatur. Beide Geräte verfügen über 10 KB ROM für das Betriebssystem, können 16 Farben in 16 Helligkeitsstufen darstellen, haben eine Grafikauflösung von 320 x 192 Pixel (Textmodus: 40 Spalten x 24 Zeilen) und 4-Kanal Sound. Besonders die drei frei programmierbaren Custom Chips "ANTIC" (Alpha Numeric Television Interface Controller), "CTIA/GTIA" (Graphic Television Interface Adapter) und "POKEY" (POtentiometer and KEYboard Integrated Circuit) eröffnen für die Entwickler völlig neue Horizonte.
Atari 400
ein Atari 400
Atari 800
ein Atari 800


Die fetten Jahre:

1979 zieht sich Atari aus dem Geschäft mit Flipperautomaten zurück. Im August wird Lunar Lander von Howard Delman als Arcadeversion veröffentlicht. Das ist Ataris erstes, auf Vektorgrafik basierendes Spiel.
Nach dem sie schon im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, bringt Atari im Oktober endlich die Heimcomputer 400 und 800 auf den Markt. Gleichzeitig mit den beiden Rechnern erscheint eine Menge an Peripheriegeräten. Das sind u.a. Datenrekorder und Diskettenlaufwerke zur Datensicherung, Drucker, Joysticks / Paddles / Trackball, Akustikkoppler und Modems.
Asteroids Automat
Ein Asteroids Automat
Im November kommt Asteroids, entwickelt von Lyle Rains, Ed Logg und Howard Delman, in die Spielhallen. Das Spiel wird ein Riesenhit, verkauft sich über 70.000 mal und entthront damit Space Invaders von Taito.
In diesem Jahr werden 400.000 VCS Konsolen verkauft, viele der Arcade Spiele werden auch für die Konsole umgesetzt. Atari macht über 200 Millionen US$ Umsatz und einen Gewinn von etwa 19 Millionen US$
Im Januar 1980 veröffentlicht Atari Space Invaders für die VCS Konsole, das erste Spiel mit einer Heimlizenz eines Arcade Automaten einer anderen Firma (Taito).
Am 25. April wird die Activision gegründet, die erste Firma, die sich nur auf die Herstellung von Videospielen konzentriert. Unter den Gründungsmitgliedern sind vier ehemalige Atari Spieldesigner, David Crane, Alan Miller, Bob Whitehead und Larry Kaplan, die nicht zuletzt wegen der neuen Firmenpolitik Atari verlassen haben.
Tempest Automat
Ein Tempest Automat
Im Oktober 1980 kommt ein weiterer Hit in die Spielhallen: Battlezone von Howard Delman, Roger Hector und Ed Rotberg, Ataris erstes Spiel in der "first person" Ansicht. Es werden über 75.000 Stück dieses Arcade Automaten verkauft.
Die Einnahmen belaufen sich in diesem Jahr auf ca. 415 Millionen US$, der operative Gewinn auf ca. 77 Millionen US$. Damit wird Atari zur am schnellsten wachsenden Firma in der Geschichte Amerikas.
1981 veröffentlicht Atari Asteroids für die VCS Konsole, das erste Modul, das die "bank-switching" Technik verwendet, um den ROM Speicher zu verdoppeln. In den Spielhallen veröffentlicht die Firma Tempest, das erste Spiel mit farbiger Vektorgrafik.
Ab November werden Ataris Heimcomputer mit dem GTIA Grafikchip ausgeliefert, welcher die Darstellung von mehr Farben und zusätzlichen Bildschirmauflösungen ermöglicht.
Ataris Verkäufe in diesem Jahr haben einen Wert von 35 Millionen US$.


Erste Anzeichen:

1982 lizenziert Atari Pac Man von Namco und veröffentlicht es für die VCS Konsole. Schlechtes Gameplay sowie miserable Grafik und Sound kratzen am Image der Firma. Trotzdem wird das Spiel ein riesiger Erfolg.
Atari beendet einen Rechtsstreit mit Activision und erlaubt daraufhin "Third Party" Entwicklern gegen eine Lizenzgebühr die Entwicklung von Spielen für das VCS.
E.T. wird von Atari für das VCS veröffentlicht. Unübersichtliches Gameplay und schlechtes Design machen das Spiel zu einem Flop. Ataris Ansehen leidet sehr darunter.
Als weiteres Modul für das VCS wird Earthworld auf den Markt gebracht, der erste Teil einer vierteiligen Adventure Serie. Leider werden die anderen drei Folgen nie fertig gestellt.
Atari 1200 XL
ein Atari 1200XL
Atari modernisiert in diesem Jahr seine Heimcomputer: Als neues Modell erscheint der 1200 XL auf den Markt. Gegenüber den alten Rechnern 400 und 800 hat er einige Verbesserungen erfahren. So verfügt er über ein angenehm flaches Gehäuse, einen 6502C Prozessor mit 1,79 MHz, 64 KByte RAM, 16 KByte ROM mit Betriebssystem XL-OS, Graphikchip ANTIC und GTIA, die Grafikauflösung beträgt 40x24 Zeichen bzw. 320x192 Pixel, 16 aus 256 Farben bei den Standardmodi und 256 bei Selbstprogrammierung möglich. Als Soundchip kommt der bekannte POKEY zum Einsatz, welcher 4-Kanal-Sound mono ermöglicht.
Eine richtige Schreibmaschinentastatur (leicht erweitert, z.B. um HELP Taste) mit 62 Tasten, Steckmodulport, Erweiterungsbus, 1x Seriell, Video/HF und 2x Joystickport sind ebenso vorhanden. Der 1200 XL wird leider ein Flop, da er nicht ganz 100% kompatibel zu seinen Vorgängern ist.
Im Dezember 1982 passieren gleich mehrere Dinge: Ray Kasser verkauft am 7. Dezember 5000 Warner Aktien im Wert von 250.000 US$. Am gleichen Tag meldet Warner Communication einen 10% Gewinneinbruch im vierten Quartal. Niedrigere Atari Verkäufe und steigende Konkurrenz sollen Schuld daran sein. Am 8. Dezember fallen die Warner Aktien um 33%. Warner schließt das 4. Quartal mit einem Verlust von 56% ab. Händler daraufhin stornieren Aufträge in Masse. Die Warner Aktie fällt am nächsten Tag um weitere 27%. Am 14. Dezember werden CEO Ray Kassar und Vizepräsident Dennis Groth der Insider Geschäfte verdächtigt. Wall Street Investoren scheuen den Kauf von Atari und Warner Aktion.
Atari 5200
Ein Atari 5200 Komplettsystem
Unter dem Druck von Mattell Intellivision und Colecovision veröffentlicht Atari die neue Spiele Konsole Atari 5200 und benennt gleichzeitig das VCS in Atari 2600 um. Die Atari 5200 Konsole hat deutlich verbesserte Grafik- und Soundfähigkeiten. Die verwendete Technik entspricht jener der Atari 400 Heimcomputer. Auch für das neue System werden alle Atari Spiele veröffentlicht, trotzdem hat es nicht einen solchen Erfolg wie das VCS/Atari 2600, zum einen, weil es nicht kompatibel zum Atari 2600 ist, zum anderen mögen viele Anwender die neuen analogen Controller nicht.
Ataris Umsatz beträgt in diesem Jahr 203 Millionen US$, der Gewinn dagegen ist sehr klein. Gerüchte von einem Crash der Videospiele Industrie beginnen die Runde zu machen.


Der tiefe Fall:

Die Verkäufe der Atari 5200 Konsole verlaufen 1983 niedriger als erwartet. Im März kündigt Atari 600 Mitarbeitern und verlegt die Produktion nach Hong Kong und Taiwan. Die Fabrik in El Paso wird im April geschlossen und 14 LKW Ladungen voll mit unverkauften Spielen werden in Alamorgorodo, New Mexico, auf eine Müllhalde gekippt und dort vergraben. Atari behauptet, das es sich dabei um defekte Spiele handelt.
Atari kündigt die Gründung von AtariSoft an, einer Abteilung, die sich mit der Programmierung von Spielen für Konsolen und Computer anderer Hersteller beschäftigt.
Warner verkündet für das zweite Quartal 1983 einen Verlust von 283.4 Millionen US$. Es ist damit das schlimmste Ergebnis in der Geschichte der Firma.
Der Markt für Videospiele für das VCS ist übersättigt. Neue Spiele überschwemmen ihn zu unprofitablen Preisen, welche den Absatz von anderen Titeln und die Entwicklung neuer Spiele erschwert.
Am 7. Juni tritt Ray Kasser infolge anhaltender Verdächtigungen wegen Insider Geschäften von seinem Posten als CEO zurück und wird später deswegen von der Börsenaufsicht angeklagt. Kassar bereinigt die Sache, in dem er seinen ganzen Gewinn aus den verkauften Aktien zurückzahlt.
Am 6. September wird dann James Morgan zum CEO von Atari ernannt.
Atari 600 XL
ein Atari 600 XL
Atari ersetzt jetzt endlich die Heimcomputer 400/800/1200 XL durch die beiden neuen Modelle 600 XL und 800 XL. Die beiden neuen Rechner sind voll softwarekompatibel zum 400/800, besitzen einen 6502C mit 1,79 MHz als CPU, 16KByte RAM (im 600XL) und 64KByte RAM (im 800XL) und 24 KByte ROM mit verbessertem Betriebssystem gegenüber den Vorgängermodellen sowie integriertem BASIC. Die Grafik- und Soundfähigkeiten entsprechen weitgehend denen des 1200 XL. Zusätzlich haben die neuen Rechner einen TV-Modulator eingebaut, um sie ohne Probleme an einen TV anschließen zu können. Sie verfügen außerdem über ein I/O-Interface für Harddisk und Drucker und besitzen einen Modulschacht.
Das Jahr 1983 wird ein schwarzes Jahr in der Geschichte Ataris: Die Firma macht einen Verlust von über 536 Millionen US$. Gerüchten zufolge sollen es bis zu 2 Millionen US$ pro Tag gewesen sein.
Atari 800 XL
ein Atari 800 XL


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