Der letzte Weg:
Am 26. Juni 1995 stellt Atari Ted Hoff ein. Erste Gerüchte über
eine neue Firmenleitung machen die Runde.
Auf dem Auktionärstreffen in Sunnyvale macht Sam Tramiel einen
Rückblick auf das Geschäftsjahr 1994. Er muß eingestehen,
das die Verkaufszahlen der Jaguar Konsole weit hinter den Erwartungen
zurückliegen. Als einen der Gründe nennt er den Mangel an
Software, da man die Entwicklungszeit für Jaguar Spiele anfangs
unterschätzt hat. Ein zweiter Grund, so Tramiel, sei der hohe
Einführungspreis der Konsole gewesen. Hier hat man inzwischen
reagiert und den Preis gesenkt. Unerfreulich ist seine offizielle Ankündigung
des Rückzugs von Atari aus dem Computergeschäft.
Im September wird endlich das lang angekündigte Jaguar CD-ROM
Laufwerk inklusive der Spiele Blue Lightning, Vid Grid und
einer Demoversion des PC/Mac-Adventures Myst sowie einer Audio
CD mit dem Tempest 2000 zu einem Preis von 149 US$ veröffentlicht.
In der ersten Woche nach dem Erscheinen konnten über 10000 Stück
verkauft werden. Bekannte Spiele auf CD sind u.a. Myst, Battlemorph und Iron
Soldier 2. Das CD-ROM Laufwerk bietet aber noch ein besonderes
Schmakerl: die Virtual
Light Machine (VLM). Legt man eine Audio CD ein, werden die
Sounddaten in Echtzeit mit 81 spektakulären Grafikeffekten auf
dem Fernseher dargestellt. Entworfen wurde die VLM von Programmiererguru Jeff
Minter, welcher schon den Hit Tempest 2000 für den
Jaguar entwickelte.
Zur Weihnachtszeit 1995 senkt Atari den Preis für den Jaguar erneut.
Er liegt nun bei 99 US$
1996 wird Time-Warner Interactive (und damit auch Atari Games) an WMS
(Midway) verkauft.
Im Juni fusioniert die Atari Corporation mit der Firma JTS,
einem Hersteller von Festplattenlaufwerken für Computer. JTS zahlt
50 Millionen US$ an Atari. Die meisten Atari Mitarbeiter werden entlassen.
Am 26. Februar 1998 verkauft die JTS Corporation sämtliche Atari
Rechte an Hasbro Interactive für 5 Millionen US$ in bar.
Am 14. May 1999 veröffentlicht Hasbro Interactive die Meldung,
das alle Rechte an der Jaguar Konsole zu "Open Source" erklärt
werden, um Hobbyentwicklern die Entwicklung von Jaguar Spielen und
Zubehör zu ermöglichen.
Einen Tag später, am 15. Mai, läßt Hasbro auf der Electronics
Entertainment Expo in Los Angeles Atari offiziell als eigenes Label
für Videospiele wieder auferstehen. Zeitgemäße Versionen
von Atari Spielen wie Pong, Missle Command, Star Raiders und anderen
Spielen erscheinen für Sonys Playstation und Nintendos N64.
Am 6. Dezember 1999 verkauft Hasbro alle Atari Bestände an den
europäischen Videospiele Hersteller Infogrames für
95 Millionen US$ in Aktien und 5 Millionen US$ in Bar. Infogrames nutzt
den Namen Atari für
eigene Videospiele Titel für die Sony Playstation, Nintendo Game
Cube und Microsoft XBox Konsolen. Am 07.05.2003 benennt sich Infogrames
dann entgültig in Atari um, um unter dem wesentlich bekannteren
Namen die Geschäfte in der Videospielebrache weiterzuführen.
Quellennachweis:
The
Atari Timeline
www.8bit-museum.de
www.8bit-nirvana.de
OLD-COMPUTERS.COM
Computermuseum München
HCM: The home computer museum |