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Test Jobo photoGPS

Geotagging erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Leider haben die wenigsten Kameras einen GPS Empfänger eingebaut, so das man auf externe Lösungen angewiesen ist. Häufig sind diese Lösungen dann zu teuer, umständlich zu bedienen oder die Akkulaufzeit reicht einfach nicht aus.
Eine relativ neue und interessante Lösung bietet die Firma Jobo mit dem photoGPS an.

photoGPS wird einfach in den Blitzschuh der Kamera gesteckt. Löst man jetzt ein Foto aus, dann löst gleichzeitig auch das photoGPS  aus (eben so wie ein Blitz, der sonst im Blitzschuh steckt) und speichert die aktuellen GPS Koordinaten. Es gibt keine Wartezeiten, wie man das von anderen GPS Emfängern gewohnt ist. Gespeichert werden neben Längen- und Breitengrad auch die Höhe.

Hier die wichtigsten technischen Daten:

  • Aufnahmezeit Kalt-/oder Warmstart ca. 0,2 sec
  • Speicherkapazität ca. 1000 Aufnahmeorte
  • GPS Koordinaten: Längen- und Breitengrad sowie die Höhe
  • Genauigkeit ca. 10 Meter
  • Aufnahme synchron zur Auslösung
  • Geodaten via Tele Atlas Kartenmaterial (3 Jahre TeleAtlas Lizenz inklusive)
  • Verbindung zur Kamera über Blitzschuh
  • Unterstützte Dateien: JPEG, RAW mit XMP Sidecar Datei
  • Stromversorgung über internen Li-Poly Akku (120 mAh), Laufzeit ca. 4 Wochen
  • Statusinformationen über 2 LEDs (rot und grün)
  • PC Verbindung und Batterieladung über USB 2.0 Schnittstelle
  • GeoHint Knopf

Eine kleine Besonderheit ist der GeoHint Knopf. Er dient dazu, das man auch in Gegenden mit schlechtem GPS Empfang (z.B. in Gebäuden) Koordinaten für die aufgenommenen Bilder erhält. Das funktioniert folgendermaßen:
Möchte man z.B. ein Gebäude betreten, so drückt man vor dem Betreten den GeoHint Knopf. Das photoGPS speichert nun die aktuelle Position. Macht man nun im Inneren des Gebäudes Fotos, so gelten für alle die selben Koordinaten, egal, wo man sich im Inneren des Gebäudes befindet.
Verlässt man das Gebäudes, drückt man den GeoHint Knopf erneut und es  werden wieder die aktuellen GPS Koordinaten bei einer Aufnahme verwendet.
Und hier zeigt sich auch gleich der erste, kleine Schwachpunkt des photoGPS: Es gibt keine Rückmeldung, ob der GeoHint Knopf gedrückt wurde, oder nicht. Eine unerwünschte Betätigung bleibt somit unbemerkt und alle Fotos bekommen unter umständen eine falsche Position. Besser wäre es, wenn eine der beiden Status LEDs bei aktivierten GeoHint Knopf permanent leuchten würde.

Die Software

Zusammengeführt werden GPS Daten und die Bilder in einer, zugegebenermaßen nicht unbedingt schönen, aber zweckmäßigen Software: Dem Programm photoGPS
Das Programm gibt es sowohl für Windows als auf für MacOS X und ist Multilingual (Deutsch, Englisch und Französisch). Aktuelle Versionen bekommt man auf der Jobo Webseite.

Nach dem Programmstart sieht man auf den ersten Blick ein zweigeteiltes Fenster. Auf der linken Seite werden die GPS Positionen und auf der rechten Seite die zu bearbeiteten Bilder angezeigt.

Hauptfunktionen der Software:

  • Einstellen der Uhrzeit des photoGPS
  • Backup der GPS Daten
  • Löschen der GPS Daten auf dem Gerät
  • Zusammenführen von Bildern und GPS Daten
  • Anzeige der GPS Daten auf Google Maps im Browser
  • Erzeugen einer *.kmz Datei für Google Earth

Die GPS Koordinaten kann man entweder direkt vom photoGPS oder alternativ aus einer früheren Sicherung von der Rechnerplatte importieren.
Nach dem Import wird in der linken Fensterseite automatisch die genaue Adresse zu den GPS Koordinaten über eine Internetverbindung ermittelt und angezeigt. Zugegriffen wird dabei auf Kartenmaterial der Firma Tele Atlas, eine Drei-Jahreslizenz gehört zum Lieferumfang dazu.

Optional kann man auch POI (Points of Interest, oder Sehenswürdigkeiten) in der Nähe Aufnahme anzeigen lassen und in die Fotos übernehmen. Dabei kann man den Umkreis festlegen, in dem die Sehenswürdigkeiten berücksichtigt werden sollen.

Auf der rechten Fensterseite wählt man  die Bilder aus, in die die Daten geschrieben werden sollen. Dabei kann man Bilder im JPEG oder im RAW Format verwenden. Ein alternativer Zielordner für die bearbeiteten Fotos kann ebenfalls angegeben werden, so das die Original Dateien unverändert bleiben.
In JPEG Aufnahmen werden die GEO Daten direkt in die IPTC/EXIF Daten geschrieben.  Bei RAW Aufnahmen wird zusätzlich eine XMP Datei mit dem selben Namen der Bilddatei mit diesen Angaben erzeugt. Adobes CameraRaw wertet die XMP Datei aus und bindet sie in die Bildinformationen mit ein. Canons „Digital Photo Professional“ kann mit diesen XMP Dateien nichts anfangen. Aber auch hier gibt es eine Möglichkeit, die GPS Daten ins Bild einzubinden: Man exportiert die RAW Aufnahmen aus Canons DPP in das JPEG Format und benutzt dann diese JPEG Dateien zum „taggen“ der Fotos.

Stimmen GPS Koordinaten und Bilder überein, dann klickt man einfach auf den Button „Photos beschriften“ und den Rest erledigt das Programm automatisch.

Eine andere, wichtige Funktion der Software ist das Stellen der Uhrzeit des photoGPS:
Schließt man das Gerät an den Rechner an und startet die Software, wird die Uhrzeit automatisch gestellt.
Als Grundlage dient dazu die Uhrzeit des Rechners, auf dem die Software läuft.

Fazit:

Das photoGPS von Jobo ist ein nützliches Zubehör für Fotografen, die sich mit Geotagging auseinander setzen. Besonders die schnelle Bereitschaft und die Batterielaufzeit finde ich ganz gut. Die Genauigkeit von ca. 10 Metern (manchmal sind es auch mehr) könnte besser sein. Ein Display zur Anzeige der bereits gespeicherten Positionen bzw. des freien Speicherplatzes wäre nicht schlecht. Eine Verriegelung des Gerätes im Blitzschuh wäre nicht schlecht, so hat man immer das Gefühl, das es rausrutschen könnte.
Alles in Allem würde ich es aber wieder kaufen.

Positiv:

-sehr schnelle Bereitschaft und Aufnahme der GPS Daten
-bis zu 1000 Aufnahmeorte
-GeoHint Taste
-einfache Handhabung
-lange Akkulaufzeit

Negativ:

-Genauigkeit könnte besser sein
-Keine Rückmeldung ob die GeoHint Taste gedrückt wurde oder nicht
-Kein nachträgliches Verändern der Position mit der beiligenden Software möglich
-Software schreibt Umlaute falsch in die IPTC Daten (zumindest bei der Mac Version)
-keine Verriegelung im Blitzschuh

3 Kommentare zu „Test Jobo photoGPS“

  • Johannes:

    Eine kleine Anmerkung zu diesem Artikel: GPS hat nur eine Genauigkeit von 10m, oder man hat einen hochpraeziesen GPS Positionsanzeiger. Deshalb finde ich es eine Ingenieurstechnische Leistung die Genauigkeit mit 12m zu bestimmen!!

  • benjamin:

    … einfach ärgerlich, dass die daten nicht direkt in die raw metadaten geschrieben werden und so in dpp gelesen werden können.
    der umweg über die jpeg dateien ist ok, aber bei tausend bildern täglich einfach zu aufwendig.sonst ist das das teil aber genial.
    dennoch warte ich gespannt auf einen integrierten gps logger in der eos 1.

  • Hallo, Bernd,
    danke für die ausführliche Information!
    Gruß von Teneriffa, Wolfgang

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